Die Dokumentation "Cocaine Conwboys 2" berichtet über einen farbigen Mann aus Brookfield: Charles Cosby. Ein scheinbarer Durchschnittsamerikaner, der zum Liebhaber einer gewissen Griselda Blanco wird. Auf einem Sofa in seinem Haus sitzend berichtet Charles über die Königin des MedellÍn-Kartells, The Godmother, die halb Amerika in den Drogenrausch brachte und mit dem berüchtigten weißen Pulver zur Milliardärin und Legende wurde.
Charles Leben ist eine verrückte Liebesgeschichte, ein hochspannendes Gangsteabenteuer und fast schon beeindruckend krank und extrem. Seine Geliebte hatte Feinde wie Pablo Escobar, war kurz davor JFK zu entführen und es grenzt an ein Wunder, das sowohl er als auch Griselda noch leben - wenn auch getrennt. Er erzählt ausführlich, detailliert und (zumindest scheint es so) sehr offen über seine Vergangenheit und die Blanco-Familie.
Die DVD gibt einen guten Einblick in die Drogenszene der 80er, über den Aufstieg und Fall im Kokaingeschäft und ist eine überdurchschnittlich gut recherchierte Doku. Wenn diese abends im Fernsehen laufen würde, wäre es auf jeden Fall ein Quotenhit. Die DVD dagegen schaut man nur ein- bis zweimal - hier lohnt sich als Bonus allerdings das Zusatzmaterial.
Wer den ersten Teil der "Cocaine Cowboys" interessant fand, sollte sich diesen Film reinziehen. Wer Lust auf "Die Wahrheit hinter Scarface" hat, auch. Wer allerdings Gangsterabenteuer und Hustle-Storys nicht mag, wird keinen Gefallen an der „Schwarzen Witwe“ finden.

